Fruktoseintoleranz oder Fruktose-Unverträglichkeit

01.06.2011

Zunächst sei hier angeführt, dass man streng trennen muss zwischen einer Fruktosemalabsorption (intestinale Fruktoseintoleranz) und einer angeborenen Fruktoseintoleranz (hereditär). Bei der Fruktosemalabsorption ist die Fruktoseaufnahme im Darm gestört, bei einer Fruktoseintoleranz kann die Fruktose zwar aufgenommen, jedoch aufgrund eines Enzymdefektes in der Leber nicht abgebaut werden. Betroffene mit diesem Enzymdefekt müssen sich von Geburt an lebenslänglich fruktosefrei ernähren.

 

Bei gesunden Menschen wird die Fruktose über die Darmschleimhaut mittels eines Transporters ins Blut aufgenommen. Dieser Transportmechanismus funktioniert bei einer Fruktosemalabsorption nur unzureichend. Die vom Körper nicht resorbierte Menge Fruktose wird in den Dickdarm weitertransportiert. Dort führen bakterielle Zersetzungsprozesse zu den bekannten Beschwerden wie Blähungen und Durchfall.

 

Ein vollständiger Verzicht von Fruktose ist bei einer Fruktosemalabsorption jedoch nicht notwendig. Zudem sind die individuell verträglichen Mengen von Fruktose von Mensch zu Mensch verschieden und müssen individuell bestimmt werden. Erfahrungswerte zeigen, dass Mengen von 1 bis 5 Gramm Fruktose pro 100 g Lebensmittel bzw. einer Portion, von der Mehrheit der Betroffenen gut vertragen werden.

 

Hauptlieferant für Fruktose ist Obst, auch in all seinen Variationen wie z. B. als Saft, Wein, Marmelade oder in getrockneter Form. Dies betrifft auch Lebensmittel, welche derlei Zutaten enthalten, z. B. Müslis, Müsliriegel, Fruchteis, Fruchtquark etc. Fruktose ist auch ein Bestandteil von Honig und in manchen gängigen Gemüsesorten in signifikanten Mengen vertreten (u. a. Karotten, Weiß- und Rotkohl). Des Weiteren ist der Ballaststoff Inulin ein Kohlenhydrat aus vielen Fruktosebausteinen, so dass ein hoher Verzehr mitunter zu Beschwerden führen kann. Inulin ist ein löslicher Ballaststoff aus der Zichorienwurzel und ist u. a. in Getreidekaffee, Artischocken und Chicoree enthalten.

 

Gleichermaßen wie Fruktose wird auch Sorbit (Zuckeralkohol) mit dem bereits genannten Transporter in den Körper aufgenommen. Ein Defekt in diesem Mechanismus wirkt sich demnach auch negativ auf die Resorption von Sorbit aus und führt zu denselben Symptomen wie bei der Fruktosemalabsorption.

 

Sorbit wird in der Lebensmittelindustrie als Zuckeraustauschstoff oder Feuchthaltemittel verwendet. Wird diese Zutat verwendet, muss sie in der Zutatenliste aufgeführt sein und ist somit für den Kunden schnell auszumachen.

Autor: Dipl. oec.troph. (FH) Verena Kampen

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