Was bedeutet die Güteklasse beim Olivenöl?

19.01.2016
Was bedeutet die Güteklasse beim Olivenöl?

Olivenöle gibt es in unterschiedlichsten Güteklassen. Diese werden in acht Kategorien unterteilt, welche die Qualität der Olivenöle angeben. Aber was bedeuten diese Kategorien genau? Wir haben es kurz zusammengefasst.

 

Natives Olivenöl extra und native Olivenöle (Kategorie 1-2) müssen ausschließlich mit mechanischem Verfahren aus Oliven gepresst werden. An Native Olivenöle extra (Kategorie 1) werden im Gegensatz zu Nativen Olivenölen (Kategorie 2) höhere Qualitätsanforderungen an den Gehalt an freien Fettsäuren gestellt, sowie ein höherer Anspruch an die sensorische Prüfung.

 

Geschmacklich werden native Olivenöle auf 3 Attribute geprüft: Schärfe, Fruchtigkeit und Bitterkeit. Diese 3 Attribute müssen bei einem nativen Olivenöl extra vorliegen. Geruchs- und Geschmacksfehler sind nicht erlaubt und müssen bis zum Ende der Haltbarkeit ausgeschlossen sein.

 

Olivenöl Panels haben zur Aufgabe, native Olivenöle auf ihre Güteklasse hin sensorisch zu beurteilen. Weltweit sind etwa 40 Panels akkreditiert. In Deutschland ist das Deutsche Olivenölpanel (DOP) das einzig zugelassene Panel. Diese Panels beurteilen die sensorische Qualität der Olivenöle und beurteilen, ob es ein natives Olivenöl extra oder um ein natives Olivenöl der Güteklasse 2 oder 3 handelt. Verbraucher können diesen Unterschied nicht unbedingt schmecken. Es ist sogar eher so, dass einigen Verbrauchern ein natives Olivenöl extra der Kategorie 1 nicht zusagt, da diese Öle neben Fruchtigkeit eben auch Kratzigkeit und Schärfe aufweisen müssen.

 

Daher bieten wir neben unserem nativen Olivenöl extra auch unser Olivenöl mild der Kategorie 5 an. Hier mischen wir 30 % natives Olivenöl extra der Kategorie 1 mit raffiniertem Olivenöl der Kategorie 4 und bieten somit ein hochwertiges Olivenöl an. Geschmacklich wird es von unseren Kunden sehr geschätzt, da hier die Schärfe und Kratzigkeit nativer Olivenöle extra nicht zu sehr hervorstechen.

 

Olivenöle der Kategorie 3 mit geschmacklichen Fehlern und einer hohen Säurezahl gelangen nicht in den Verkauf und werden weiterverarbeitet zu Olivenölen der Kategorie 4. Durch die Raffination können die Fehler des Öls eliminiert werden und die vorgeschriebene Säurezahl erreicht werden. Man erhält ein Öl ohne Geruch oder Geschmack, absolut geschmacksneutral. Alleine das Fettsäuremuster lässt noch erkennen, dass es sich hier um Olivenöl der Güteklasse 4 handelt. Dies gelangt nicht in den Verkauf sondern wird mit einer beliebigen Menge nativem Olivenöl der Güteklassen 1 oder 2 gemischt.

 

Man erhält Olivenöl der Kategorie 5. Das Mischungsverhältnis ist nicht vorgeschrieben, der Anteil an nativem Olivenöl kann also 1 % – 99 % betragen. Je höher der Anteil an nativem Olivenöl, desto intensiver ist der Geschmack. Häufig werden Mischungen mit max. 2 % nativem Olivenöl angeboten.

 

Rohes Oliventresteröl (Kategorie 6) wird aus Oliventrester gewonnen, indem es mit Lösungsmitteln extrahiert und durch Zentrifugation des mit Wasser versetzten Tresters gewonnen wird. Durch Raffination erhält man raffiniertes Oliventresteröl (Kategorie 7), welches wiederum mit nativem Olivenöl gemischt als Oliventresteröl (Kategorie 8) in den Verkauf gelangt. Bei dieser Qualität handelt es sich um ein aus Extraktion gewonnenes Olivenöl.

Autor: Dipl. oec. troph. Stefanie Thomas

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